31.05.2016
Die gemeinsame Welt ist eine Hölle - Roberto Ciulli und das Theater an der Ruhr mit „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ zu Gast im THEATER AN DER PARKAUE

presse-Info

Roberto Ciulli - der bedeutende italienische Theaterregisseur und Gründer des Theaters an der Ruhr, Mülheim - kommt mit seinem Ensemble am Freitag, den 24. und Samstag, den 25. Juni nach Berlin und zeigt im PRATER, der derzeitigen Hauptspielstätte des THEATER AN DER PARKAUE, seine außergewöhnliche Inszenierung „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill:
Ein Tag einer Familie in den Vereinigten Staaten im Jahre 1912. Die drei Männer sind Alkoholiker, die Mutter Morphinistin, ihre gemeinsame Welt eine Hölle, in der alle voneinander abhängig sind. O’Neills Stück ist stark autobiografisch. Er notiert die Erfahrungen seiner Kindheit und beschreibt eine Realität, die von Rausch und Gewalt bestimmt ist.
Ciulli als Meister seines Fachs lässt die vier Schauspieler gleichermaßen mit Lust und Verzweiflung agieren, immer nur einen Fußbreit vom Abgrund entfernt. Und dennoch vermag er auch die bittere Komik dieser Situation anzudeuten, die der Tragik des Geschehens entspringt. Nichts, meinte Beckett schon, sei komischer als das Unglück.

Gastspiel Theater an der Ruhr, Mülheim
im THEATER AN DER PARKAUE
„Eines langen Tages Reise in die Nacht“
von Eugene O’Neill, Regie: Roberto Ciulli I 16+

Freitag, 24. Juni 2016, 20 Uhr
Samstag, 25. Juni 2016, 20 Uhr

Spielort: Prater, barrierefrei
​Kastanienallee 7-9, 10435 Berlin

Sehr gern vermitteln wir auf Anfrage Interviews mit Roberto Ciulli.
Weitere Bilder schicken wir gerne zu.

© Joachim Schmitz

infosheet

Gastspiel Theater an der Ruhr, Mülheim im THEATER AN DER PARKAUE im PRATER
„Eines langen Tages Reise in die Nacht“
von Eugene O’Neill, Regie: Roberto Ciulli I 16+

Regie: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühne: Gralf-Edzard Habben
Kostüm: Elisabeth Strauß
Musik: Matthias Flake

Besetzung:
James Tyrone - Klaus Herzog
Mary Carvan Tyrone - Simone Thoma
James Tyrone Junior - Fabio Menéndez
Edmund Tyrone - Marco Leibnitz

© Joachim Schmitz

Ausschnitt: http://bit.ly/1TNYWLf

Pressestimmen:

"Grandios die Umsetzung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Stücks über eine Familie, die Elend, Alkohol und Drogen unheilvoll zusammengeschweißt haben. Die Bilder, die Ciulli und das großartige Schauspielquartett hier geschaffen haben, sind unvergänglich."

JANA SCHINDLER, ALLGÄUER ZEITUNG, 19. JANUAR 2016

„Die Mülheimer Inszenierung von Roberto Ciulli dünnt den Text aus und entwickelt atmosphärisch starke, zwischen Tag und Traum schwebende Bilder, die das Drama, seiner Äußerlichkeiten entkleidet, zum Gleichnis der gescheiterten Existenz verdichten. Wie Simone Thoma als Mary Tyrone eine exaltierte Erhabenheit und irrelevante Zerbrechlichkeit an den Tag legt, lässt die Aufführung eine flirrende Energie ausstrahlen. Roberto Ciulli der alte Magier, der im Frühjahr achtzig geworden ist, benutzt das Theater nicht für Botschaften, sondern setzt es poetisch ins Recht. Was aber bleibt, ist die Schönheit der Bilder.“

ANDREAS ROSSMANN, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 28. OKTOBER 2014

“Clowns, Narren, Trinker bevölkern den Theaterkosmos des Roberto Ciulli. Der unermüdlich Achtzigjährige, der als junger Mann von Italien nach Deutschland kam und sich zunächst als Fabrikarbeiter und Fernfahrer durchschlug, hat einmal die paradoxe Formel geprägt, das Leben handele vom Tod, das Theater aber vom Leben. Ciulli inszeniert nicht die Trostlosigkeit, sondern den Lebenswillen. Die “Reise in die Nacht”, autobiografisch munitioniert, ist pure Binnenwelt. Kein Außenstehender dringt als “Katalysator” in die vierköpfige Familie Tyrone ein. Statt der Explosion, die ein von außen geworfener Funken auslösen könnte, eine stille Implosion.“

​MARTIN KRUMBHOLZ, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, 31. OKTOBER 2014