Kabale und Liebe
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Ein bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

Zwei junge Menschen lieben sich. Jeder von ihnen liebt zum ersten Mal: leidenschaftlich, absolut. In ihrer Liebe verändern sie sich, durch ihre Liebe sehen sie die Menschen um sich herum, sehen sie die Welt verändert und neu. Nichts ist mehr, wie es war. Sie sehen, sprechen, empfinden auf bisher nicht erlebte Weise. Nie schien ihnen die Welt so schön wie im Augenblick ihrer Entdeckung, nie empfanden sie die Welt so hart und ungerecht, da sie die Forderung auf Verwirklichung ihrer Liebe erheben. Sehnsucht, Wünsche, Hoffnungen drängen sie zum Handeln und bringen sie in Konflikt mit ihren Eltern und deren Vorstellungen über das Leben ihrer Kinder. Er, Ferdinand, 20 Jahre alt, ist eines Präsidenten Sohn, sie Luise, 16 Jahre alt, die Tochter eines Musikers. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf und nach den Vorstellungen ihrer Väter, nach den Anschauungen und Grundsätzen der sie umgebenden Welt, sollen sie auf ihre Liebe verzichten. Dazu sind sie beide nicht bereit. Luise erinnert sich – als ich ihn das erste Mal sah – damals- o damals ging in meiner Seele der erste Morgen auf – und für Ferdinand gilt nur – du, Luise, und ich, und die Liebe! – Mein Vaterland ist, wo mich Luise liebt. Ferdinand will mit Luise das Zuhause verlassen, das ihrer Liebe feindlich ist. Luise fühlt die tiefe Pflicht, bei ihrem Vater zu bleiben, um im Alter für ihn sorgen zu können. Das kann Ferdinand nicht verstehen, Geld hat er doch genug. Misstrauen wächst in ihm – ist es ein Liebhaber, der Luise fesselt? Eifersucht, Selbstmitleid, Enttäuschung nagen an seinem Herzen, und sein Vater hat es leicht, sein Intrigenspiel in Gang zu setzen. Denn: Ferdinands Karriere ist vorgezeichnet, er soll der Nachfolger des Vaters werden. Dazu muss er aber die Ehe mit einer angesehenen, wohlhabenden Frau schließen. Dem Vater ist jedes Mittel recht, das zu erreichen, auch, Luise dem Geliebten auf niederträchtige Weise verdächtig zu machen. Ferdinand lässt sich beirren, hält einen Betrug seines Mädchens für möglich. Gerade noch ihr Gott, schwört er Ihr nun Tod und Rache. Luise ist verzweifelt über Ferdinands Misstrauen, bekennt sich aber zu ihrer Liebe, obgleich sie längst wusste, dass Ferdinand ihr nicht gehören darf. Die Liebenden zerbrechen aneinander und an der unversöhnlichen Feindschaft ihrer Umwelt. Ferdinand ermordet Luise und tötet sich selbst.