Der Reichstagsbrand
14+

von Titus Faschina und Julia Schreiner

Eine Kooperation mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin
Uraufführung

Berlin, 27. Februar 1933. Rosenmontag. Es ist eisigkalt. Berlin ist gepflastert mit Plakaten und Aufrufen. Überall gewalttätige Demonstrationen. In einer Woche ist Reichstagswahl. In den Lokalen und Ballsälen der Stadt feiern die Menschen ausgelassen Fasching. Der berühmte und einflussreiche Hellseher Erik Jan Hanussen tritt am Nachmittag in der Scala auf und steht am Abend mit seiner Geliebten auf der Dachterrasse. Der Holländer Marinus van der Lubbe läuft vom Obdachlosenheim in Hennigsdorf nach Berlin und kauft unterwegs von seinen letzten Groschen Kohlenanzünder. Der Reichskanzler Adolf Hitler ist bei der Familie Goebbels zum Abendessen eingeladen. Sie sitzen scherzend beisammen, als das Telefon klingelt: "Der Reichstag brennt!"

Zum 80. Jahrestag der Reichstagskatastrophe nähert sich der Berliner Dokumentarfilmer und Medienwissenschaftler Titus Faschina der Brandstiftung und ihren Konsequenzen. Kaum ein Ereignis der deutschen Geschichte wurde offensichtlicher von allen politischen Seiten instrumentalisiert. Die Inszenierung hinterfragt unseren alltäglichen Umgang mit Medien und offiziellen "Wahrheiten". Zeitgenössische Filmaufnahmen, Prozessmitschriften, Theatertexte, Schulbücher aus Ost und West, inszenierte Filmbilder und Interviews werden einander gegenübergestellt.


 

Studentinnen und Studenten der Beuth Hochschule für Technik in Berlin haben zum Thema des Reichstagsbrandes Kurz-Dokumentationen gedreht:

Reichstagsbrand 1 (Passanteninterviews während des Obama-Besuchs in Berlin mit der Frage nach der Bereitschaft heute den Reichstag in Flammen setzen)

Reichstagsbrand 2 (Passanteninterviews während des Obama-Besuchs in Berlin mit der Frage nach der Bereitschaft heute den Reichstag in Flammen setzen)

Reichstagsbrand 3 (Marinus van der Lubbes Weg zum Reichstagsgebäude am Tage des Anschlages)

Reichstagsbrand 4 (Tatvorgang Marinus van Lubbes)

Theaterpädagogik

Camilla Schlie Tel: (030) 55 77 52 -48
camilla.schlie@parkaue.de

Downloads

Begleitmaterial

Stimmen zum Stück

  • unerträglich bohrende Töne

    "Auf der Bühne wird das Geschehen besonders eindringlich, wenn der Posaunenspieler in den Mittelpunkt rückt. Wenn er auf der Bühne steht, unerträglich bohrende Töne erzeugt und auf den Leinwänden historische Aufnahmen von Verwundeten erscheinen. Da wird spürbar, was für ein Irrsinn mit dem Reichstagsbrand begann" (Eva Förster, Märkische Oderzeitung, 1.Oktober 2013)

  • jungenhafte leichtigkeit

    "Aber er fokussiert doch stark auf Marinus van der Lubbe, den Andrej van Sallwitz mit seiner feinen Mischung aus Schwermut und jungenhafter Leichtigkeit gibt." (Christian Rakow, Berliner Zeitung, 17.September 2013)