Die Räuber
15+

von Friedrich Schiller

Franz will nicht länger der benachteiligte Zweitgeborene sein. Er intrigiert gegen seinen Bruder Karl und bringt den Vater dazu, ihn zu verstoßen. Endlich kann er Karls Platz einnehmen. Außer sich vor Zorn wechselt Karl die Seiten: Er wird zum Chef einer Räuberbande und zieht mordend durch die Böhmischen Wälder. 

Karl und Franz als grundverschiedene Brüder oder gleichgesinnte Seelenverwandte? Das ist die Frage in Friedrich Schillers erstem Drama ,,Die Räuber“. Beide Brüder treibt der Wunsch nach Anerkennung durch ihren Vater und die gleichzeitige Rebellion gegen seine überkommene Vätergeneration. Die Wege, die sie zur Durchsetzung ihrer Lebenssehnsüchte beschreiten, könnten kaum unterschiedlicher sein: Karl gibt sich ganz seinen Leidenschaften und Gefühlen hin, feiert als Student den Exzess und als Anführer einer Räuberbände die Grenzüberschreitung und den Gesetzesbruch. Kaltblütig handelt Franz auf eigene Faust und hebelt strategisch und rational die vorgezeichnete Ordnung aus. Doch am Ende laufen ihre Wege wieder zusammen. Ihrem eigenen Gewissen und der Verantwortung für ihre Taten können sie sich nicht entziehen.

In Kay Wuscheks Inszenierung wird der Kern des Schillerschen Dramas, der Antagonismus der beiden Brüder, zur Disposition gestellt. Auf dem Schlachtfeld des Lebens ist zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch, Gefühl und Ratio nicht mehr zu unterscheiden. Karl und Franz befinden sich im permanenten Kriegszustand mit sich selbst. In der Hoffnung auf eine andere Welt finden sie eine Gesellschaft, in der jeder sich selbst der Nächste ist und keiner dem anderen trauen kann.

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StückinformationVortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler auf der Konzeptionsprobe zur Inszenierung von Schillers „Die Räuber“