augenblick mal! 2017

das Festival des theaters für junges publikum
25. bis 30. April 2017

Augen auf, Ohren gespitzt, Terminkalender gezückt: Bald ist Festival-Zeit in Berlin und auch im THEATER AN DER PARKAUE werden wieder einige der eingeladenen Inszenierungen von "Augenblick mal!" zu sehen sein.

Das Auswahlgremium von "Augenblick mal! 2017" hat einen wahren Theater-Reise-Marathon in ganz Deutschland hinter sich. Die fünf Kuratoren haben 217 vorgeschlagene Kinder- und Jugendtheaterinszenierungen gesichtet, bevor ihre Wahl schließlich auf die zehn Festival-Inszenierungen fiel. Teil des Gremiums waren der Autor und Theater-, Tanz-, Film- und Literaturkritiker Steffen Georgi  aus Leipzig, die Dramaturgin Mijke Harmsen, die seit 2014 am tanzhaus nrw in Düsseldorf tätig ist,  die freie Autorin, Dramaturgin und Kuratorin Anke Meyer, deren eigenes Theaterschaffen sich insbesondere mit Objekttheater auseinandersetzt, der künstlerische Co-Leiter des internationalen Festivals Schöne Aussicht und Dramaturg des Jungen Ensembles Stuttgart Christian Schönfelder sowie die an der LMU München tätige Theaterwissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin Dr. Azadeh Sharifi

Das Bemerkenswerte an bei der diesjährigen Auswahl des Festivals? Die Hälfte der Inszenierungen greifen auf sehr unterschiedliche Art und Weise Flucht und Migration thematisch auf, wobei migrantische Erfahrungen und das Leben in einer Migrationsgesellschaft oft ganz selbstverständlich Teil der Erzählung werden. Ebenfalls fünf der Inszenierungen öffnen einen Dialog der Generationen und machen das Theater zu einem Ort der Begegnung zwischen Jung und Alt. So stehen in drei der Inszenierungen Kinder oder Jugendliche neben Erwachsenen auf der Bühne.

"Augenblick mal!" ist das einzige bundesweite Festival des Theaters für junges Publikum und findet alle zwei Jahre statt. "Augenblick mal! 2017" wird vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der BRD und in Kooperation mit der ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland e.V., dem THEATER AN DER PARKAUE und dem GRIPS Theater Berlin veranstaltet und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der LOTTO-Stiftung Berlin gefördert.
 

INTERNATIONALES PROGRAMM


Das internationale Gastspielprogramm Augenblick mal! hat schon immer den Blick auf internationale Entwicklungen des Kinder- und Jugendtheaters gerichtet und künstlerische Impulse aus dem Ausland präsentiert, um damit zusätzliche Akzente im Programm zu setzen. Unterstützt durch ein Netzwerk von Experten˟innen haben wir uns auf die Suche nach zeitgenössischen Formen der künstlerischen Auseinandersetzung und des spielerischen Umgangs mit der aktuellen sozialen Wirklichkeit in Europa gemacht. Denn erst der spielerische Zugriff öffnet und befragt, schafft Möglichkeiten und prüft Barrieren.

Dabei war es uns wichtig, den Blick nicht nur nach Westeuropa zu richten, sondern auch in Richtung Osten zu schauen. Nach ersten Sichtungen fielen uns in einer Reihe von Arbeiten wiederkehrende Motive auf: Der tänzerische Umgang mit sich wandelnden Blicken auf den Körper und den eingeschriebenen Verhaltens- und Bewegungsmustern. Die Auseinandersetzung mit sich verhärtenden oder sich auflösenden Identitäten und damit verbundenen Grenzerfahrungen.

Dieser Spur folgend sind wir in Weißrussland fündig geworden, wo der Choreograph Yevgieny Korniag mit seiner eigenen Company unabhängiges freies Theater macht und dabei nicht nur die Grenzen einer von Konventionen geprägten Staatskunst überwindet, sondern mit seiner Tanzaufführung Latent Men auch an gesellschaftliche Tabus seines Heimatlandes rührt. In den Niederlanden ist uns mit Hip Hop Hurray eine Produktion für Kinder aufgefallen, in der die urbane Ästhetik des Hip Hop und seine sozialen Wurzeln zu einer Einladung an ein kulturell vielfältiges Publikum werden. Und in Schweden sind wir auf die internationale Tanzcompany SOMOS und ihre Produktion Trans[e]ición gestoßen, in der schwedische und kubanische Tänzer˟innen, begleitet von den Sounds aus beiden Kulturkreisen, rituelle Muster untersuchen und im Mix künstlerischer Ausdrucksformen Diversität zur Grundlage ihres tänzerischen Ausdrucks machen.

Alle drei Arbeiten sind Impulse für die fachliche Diskussion, die sowohl in den englischsprachigen Publikumsgesprächen direkt nach den Aufführungen geführt werden kann, als auch in der international besetzten Podiumsdiskussion über die diskursiven Leitmotive der internationalen Auswahl.

Gerd Taube und Kay Wuschek

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