Vor Sonnenaufgang
16+

Helene Krause kann sich nicht an das neue Leben gewöhnen: Das schnelle Geld aus den Kohlefunden unter Krauses Acker ist der Familie zu Kopf gestiegen. Austern und Schampus gibt's jetzt im Überfluss. Helene ist davon angewidert: sie ist den Alkoholexzessen ihres Vaters, den Demütigungen ihrer Stiefmutter, den Übergriffen ihres Schwagers Hoffmann ausgesetzt. Alfred Loth, ein ehemaliger Studienfreund von Hoffmann, will die prekäre Lage der neuen Bergarbeiter studieren - ausgerechnet in Hoffmanns Gruben. Loths Ideen vom Menschen, der seinen ererbten Anlagen ausgeliefert ist, sind so radikal anders, dass Helene aufhorcht. Mit diesem Loth könnte Helene raus aus ihrem Leben. Schwärmerisch gehen sie aufeinander zu. Loth ist bezaubert von Helene, fasziniert. Als Loth von Dr. Schimmelpfennig über die Alkoholsucht in Helenes Familie aufgeklärt wird, entscheidet er sich für seine Überzeugungen. Und verschwindet schnell aus Helenes Leben.

Die Uraufführung von Gerhart Hauptmanns Stück am 20. Oktober 1889 durch den Verein Freie Bühne Berlin löste einen Skandal aus und verhalf dem naturalistischen Drama gleichzeitig auch in Berlin zum Durchbruch:

Die soziale Frage eroberte die Bühne, gekoppelt an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über die Vererbung. Kay Wuschek wirft in seiner Inszenierungie die Frage nach dem Menschsein auf, wenn zu Ideologie gewordene Ideen radikalisieren, stigmatisieren und ausstoßen.
 

"Vor Sonnenaufgang" feiert Premiere im Rahmen von Glanz & Dreck, dem großen Spektakel zur Eröffnung der Spielzeit 2016/17.

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